15.10.2018 Soester Anzeiger

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Die Seiltänzerin Silea beeindruckte das Publikum mit aufreizenden und athletisch anspruchsvollen Darbietungen. Aber auch abseits der Profis hatte es das Programm beim Soester Circusfestival in sich.

Soest - Es war zwar bereits das elfte seiner Art, in einer Hinsicht aber sicherlich einzigartig: Nie zuvor dürften beim Soester Circusfestival die Heizkosten derart niedrig ausgefallen sein.

Mitte Oktober noch solche Temperaturen, das ist ungewöhnlich für die Show, die das Circuszentrum Balloni alle zwei Jahre im Zelt des Circus Tausentraum veranstaltet. Die Menschen sitzen im T-Shirt um die Manege, die Hitze steigt rasch unter der Kuppel.

Umso vertrauter und bewährter das Konzept: Zwei Profiacts wechseln sich mit den Soester Kindern und Jugendlichen ab. Doch bei den älteren Jugendlichen, fast schon „alten Hasen“, zeichnet sich eine Entwicklung ab, zeigt sich nicht nur, wie sehr sich diese Arbeit in Kindestagen auf die Motorik auswirkt, sondern auch, zu welchen Leistungen junge Talente in der Lage sind, wenn sie entsprechend gefördert werden und selber hartnäckig am Ball bleiben. So fallen zwei Mädchen ganz besonders auf: Franziska Lippsmeier und Laura-Sophie Bögerhausen beweisen als Engelchen und Teufelchen an Trapez und Schlaufe nicht nur eine ungeheure Kunstfertigkeit, sondern auch eine starke Präsenz. Sie erhalten mindestens ebenso großen Applaus wie die Profis.

Ebenfalls ein Günstling des Publikums: Eine inklusive Gruppe mit mehreren gehandicapten Kindern. Die Balanceakte, die sie mit ihren Trainern einstudiert haben, sind in der Tat ein Kunststück. Rührend zu sehen, wie die anderen Kinder und Jugendlichen sich wie selbstverständlich um sie kümmern. Die übrigen Kinder turnen wieder in einfallsreichen Kostümen durch die Manege: Als Jim Knopf und Lukas samt Lokomotive Emma auf dem Drahtseil, als Minions, als Flamingos am Trapez, als Fallschirmspringer auf dem Trampolin – und natürlich als Clowns.

Die Profis haben es tatsächlich in sich. Das Duo „Green Gift“ aus Berlin beeindruckt durch Originalität und Vielseitigkeit. „Frau Bonse“, nach eigenen Ausführungen eine ehemalige Musiklehrerin, und ihr einstiger Schüler „der Michael“, verbinden das Vermögen, sich neue Instrumente auszudenken, mit artistischen Fähigkeiten. Sie trommeln oder blasen bekannte Stücke aus U- und E-Musik auf Plastikrohren oder aber spielen eine Art elektronisches Keyboard nicht mit den Fingern, sondern mit Tischtennisbällen. Umso überraschender letztlich eine rein artistische und nicht minder komische Jonglage mit Sitzbällen.

Die junge, hochathletische und aufreizend hübsche Seiltänzerin Silea, ebenfalls aus Berlin, ist leider nur zweimal zu sehen im Programm, zunächst mit einer ausgefallenen Nummer, in der sie auf Flaschen balanciert, später mit einem Drahtseilakt, der buchstäblich zur Spagatnummer wird – das tut schon beim Hinsehen weh.>/p>

Nebenbei: Das Circuszentrum ist auf der Suche nach einem Trainer für die Einradgruppe und nach Paten für eine neue Bestuhlung des Saal am Doyenweg. Die bisherige Bestuhlung ist reif für den Wertstoffhof. Für 30 Euro gibt es Patenschaft über einen Stuhl, für weitere 18 Euro wird der mit einem Namensschild oder dem Firmelogo des Spenders auf der Rückseite der Lehne versehen.

Die Patenschaft erfolgt per Überweisung auf das Konto des Circuszentrums Balloni e.V., IBAN: DE29 4145 0075 0000 0700 94, BIC: WELADED1SOS.

KLaus Bunte

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