Kinder lernen Artistik und Deutsch

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irkus, Cirkus, Sirk, Cirque: Egal, welche Sprache die Kinder sprechen, in der Manege haben sie mit der Verständigung kaum Probleme. -  Foto: Niggemeier

Soest - Einmal als Clown in der Manege stehen und die Leute zum Lachen bringen! Das ist ein Wunsch, der viele Kinder verbindet. Spaßmacher sind beliebt – auch bei den jungen Artisten aus acht Ländern auf drei Kontinenten, die die ganze Woche über ihre Kunststücke einstudierten.

Morgens trafen sie sich zum Sprachunterricht. Die 8- bis 15-Jährigen leben noch nicht lange in Soest. Ein Teil von ihnen wohnt im Asylheim an der Waldstraße. Manche trafen erst kürzlich dort ein, weil sie mit ihrer Familie aus der Heimat geflüchtet sind.

In der neuen Umgebung ist alles fremd. Nur wenige der Kinder sprechen ein paar Brocken Deutsch. Doch die Gruppe versteht sich – auch ohne Worte. Der Clown macht seine Faxen, lässt Mimik und Gestik sprechen und kommt beim Publikum an. „Es ist schön zu sehen, wie fröhlich die Kinder sind und wie munter sie sich bewegen“, sagt Elke Schmücker vom Circuszentrum Balloni.

 „Hier gibt’s keine Grenzen“, meint auch Wilfried Moessing von der Volkshochschule. Die Kinder verständigen sich, sie kommen miteinander klar. Bauen sie eine Pyramide, wissen sie: Das geht nur gemeinsam, einer braucht den anderen. Das Projekt kam durch die Zusammenarbeit der VHS mit dem Treffpunkt Süd, dem Bewohnerzentrum und dem Jugendmigrationsdienst der Arbeiterwohlfahrt zustande. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung steuert Geld aus dem Topf „Kultur macht stark, Bündnisse für Bildung“ bei.

 

Akrobatik in Wort und Spiel

Akrobatik in Wort und Spiel Akrobatik in Wort und Spiel Akrobatik in Wort und Spiel Akrobatik in Wort und Spiel

„Akrobatik in Wort und Spiel“ lautet das Motto. Die Kinder machen Zirkus. Dort, wo sie zu Hause sind, sagen sie Circus, Sirk, Cirque... Die Akteure der internationalen Truppe stammen aus Albanien, Syrien, Kosovo, Serbien, Bulgarien, Russland, Bosnien und Brasilien.

Während der Proben springen die Teller und fliegen die Ringe. So eifrig wie die Jongleure trainieren auch die Drahtseiltänzer, andere wagen sich auf die Laufkugel und halten die Balance. „Guten Morgen, wie geht es Dir“, ruft ein kleines Mädchen Wilfried Moessing zu und winkt. Sie hat in dieser Woche eine Menge gelernt.

In den Sprachstunden geht es unter anderem um Begrüßungsformen, darüber hinaus um die Begebenheiten des Alltags. Vier Dozentinnen vermitteln den Kindern spielerisch die wichtigsten Vokabeln, die es ihnen erleichtern, sich in Soest zurechtzufinden.

Bevor es dann rüber zum Circuszentrum geht, um weiter am Programm zu feilen, wird erst einmal gemeinsam gegessen. In großer Runde schmeckt’s offenbar besonders gut, die Töpfe leeren sich ruck, zuck – ein Kompliment für die Küchen-Crew. - Köp.

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