Anzeiger Ortsgespräch: Circuszentrum Balloni

SOEST - Hier öffnet sich der Märchenschrank. Die MS Balloni sticht in See, um mit „Juchhe“ über alle Meere zu schippern. Hier läuft ganz großes Kino: Im Circuszentrum geht’s munter zu, und am schönsten ist’ s, wenn die Musik erklingt, wenn junge Artisten in der Manege jonglieren, balancieren, wenn sie Teller drehen, das Diabolo sausen, Ringe springen lassen – und wenn dann der tosende Applaus einsetzt, das Publikum nach Zugaben ruft. Das ist Welt im Zirkuszelt – die in Soest eine komplette Halle mit Leben füllt.

Vor zehn Jahren machte sich der Verein „Circuszentrum Balloni“ auf den Weg – ein Ereignis, das gebührend gefeiert wird: Wieder heißt’s: „Hereinspaziert!“„Alle an Bord.“ Und: „Leinen los.“ Zum Geburtstag gibt’s Gutes von gestern noch einmal zu sehen, dazu aber auch zahlreiche neue Nummern – in jeder Vorstellung zweieinhalb Stunden lang (einschließlich einer Pause mit Rast in Kombüse oder Klause).

„Es gab immer neue Herausforderungen“, blickt Bernd Koring – Vorsitzender der ersten Stunde und heute Schatzmeister – auf zehn ereignisreiche Jahre zurück. Er erinnert sich gut an den Start mit gut zwanzig Kindern in der Waldorfschule. Nur wenige Requisiten standen damals zur Verfügung, manches Stück musste geliehen werden. Und heute? Der Vorstand staunt selber, was sich alles aus den bescheidenen Anfängen entwickelte und mit welchem Tempo es vorwärts ging. Mit großer Begeisterung nahm eine Crew von einsatzfreudigen Ehrenamtlichen volle Fahrt auf und meisterte meisterte manchen Kraftakt.

Alle waren gefordert, als endlich mit der alten Fabrikhalle am Doyenweg ein geeignetes Domizil für die Artistenschar gefunden war. Doch in welchem Zustand befand sich das Gebäude?! Also galt es, in die Hände zu spucken, die Ärmel hochzukrempeln und frohen Muttes ans Werk zu gehen. „Da steckt viel Arbeit drin“, schildert Bernd Koring. Und er weiß: Alle, die mithalfen, den Mittelpunkt einzurichten, investierten eine Menge Herzblut. Mit Erfolg – wie jeder spürt, der den Balloni-Kindern einmal zugesehen hat. Eltern, Geschwister, Omas und Opas gehören zu den größten Fans: Sie sitzen mit großen Augen im Publikum und bewundern die jungen Künstler: „Was die alles können...“

„Hier lernen die Kinder fürs Leben“, schildert Bernd Koring. In der Öffentlichkeit zu stehen, sich nicht zu scheuen, sich dem Publikum zu präsentieren, das stärkt die Persönlichkeit. - Köp.

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